Ein Schwert für Anna    

von Agnes Gerstenberg (D).                     (8+)

Anna sitzt auf der Stufe vor ihrer Wohnungstür im Treppenhaus und traut sich nicht rein, weil drin ein riesiges Ungeheuer auf sie wartet… Was konkret hinter Annas Angst steckt, erfährt das junge Publikum nicht und hat somit die Möglichkeit, die eigenen Probleme in dieses Bild zu projizieren. Der freundliche Nachbar, Herr Neubert, meint es wirklich gut mit ihr; er hat nicht nur die Gabe, Anna mit seinen verschrobenen Ideen von ihrer Traurigkeit abzulenken. Er lädt sie auch zu Tee und Keksen ein und hilft ihr, durch empathisches Zuhören in geschützter Atmosphäre, ihre Bedürfnisse zu erkennen und ihre Angst in den Griff zu bekommen.                                                                                                                   

 

Mit viel Einfühlungsvermögen und Kenntnis versetzt die Autorin sich in die Gefühlswelt ihrer Zielgruppe: Herr Neubert lässt sich z.B. von Anna zu Phantasiereisen ins Pferdeparadies verführen; damit greift die Autorin einen weit verbreiteten Traum vor allem gleichaltriger Mädchen auf kann so sicher viele Betroffene erreichen. Die leichte Erzählweise aus Annas Perspektive ermöglicht trotz des beklemmenden Themas ein schönes entspanntes Theatererlebnis, das den zuschauenden Kindern Mut machen kann, sich in der Not einem Erwachsenen anzuvertrauen.